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Bei der Freiwilligen Feuerwehr Seesen werden drei Arten der Alarmierung genutzt, um unsere Kameraden im Einsatzfall zu Informieren. Dabei handelt es sich um die Alarmierung per Telefon, Funkmeldeempfänger und Sirene.
Telefon
Über Telefon oder Mobiltelefon wird nur sehr selten alarmiert. Diese Alarmierungsmethode wird angewand, wenn beispielsweise der Ortsbrandmeister bzw. der Brandmeister vom Dienst (BvD) von der Leitstelle erreicht werden soll. Funkmeldeempfänger (FME)
Von der Bevölkerung hört man oft: "Ach, die Feuerwehr hatte einen Einsatz? Ich habe gar keine Sirene gehört..."
Das liegt daran, dass die "normale" Alarmierung seit geraumer Zeit nicht mehr über die Sirene durchgeführt wird. Der sogenannte "stille Alarm" wird grundsätzlich bei jedem Einsatz ausgelöst. Die Alarmierung der Funkmeldeempfänger erfolgt durch ein Selektivrufsystem, bei dem ein 5-stelliger Zahlencode, eine sogenannte Schleife, per Funk von der Leitstelle gesendet wird, der von den Funkmeldeempfängern empfangen wird. Ist ein FME mit dem gesendeteten Alarmierungscode programmiert, löst er mit einem lauten Weckton aus. Im Anschluss an diesen Weckton wird der Funkkanal für eine gewisse Zeit freigeschaltet, wodurch die Durchsage der Leitstelle mit dem Einsatzstichwort mitgehört werden kann.
Bei der Feuerwehr Seesen kommen verschiedene Typen von Funkmeldeempfängern zum Einsatz:
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Swissphone Quattro 96/96s/98s/XL/XLS/XL+/XLi
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Swissphone MEMO/JOKER
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Motorole Skyfire 4s/Bosch FME 88s |
Motorola Pageboy II |
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Swissphone RE 227/228 |
Swissphone RE 229 Quattro |
Sirene
Auf einigen Dächern der Stadt Seesen sind auch heute noch Sirenen zu finden. Wenn die Sirenen zu hören sind, ist die Feuerwehr bereits im Einsatz. Die Sirene wird erst ausgelöst, wenn zu den bisher im Einsatz befindlichen Kräften weitere Verstärkung benötigt wird. Da nicht alle Mitglieder der Feuerwehr Seesen über einen FME verfügen, sind wir bei Großeinsätzen auch heute noch auf dieses Alarmierungsmittel angewiesen.
Ablauf der Alarmierung
Geht in der Feuewehreinsatz- und Rettungsleitstelle (FERLS) in Goslar ein Notruf ein, wird er vom diensthabenden Disponenten angenommen und bearbeitet. Je nach Lageschilderung des Anrufers, wird nun für die benötigten Kräfte der Alarm ausgelöst. Unterstützt wird der Disponent dabei von moderner Computertechnik und spezieller "Leitstellen-Software". In diesen Programmen ist für jedes Alarmstichwort hinterlegt, wer und was alarmiert werden soll.
Jede Feuerwehr stellt je nach Bedarf und spezieller Gegebenheiten eine Alarm- und Ausrückordnung auf, die unter Anderem regelt, in welchen Fällen, welche Kräfte alarmiert werden sollen.
Bei der Feuerwehr Seesen wurde in diesem Rahmen ein Bereitschaftsplan aufgestellt, der die Verteilung der FME und die Unterteilungen der Bereitschaftsdienste regelt.
Zum 1. Juli 2007 wurde die Alarmierung der Ortsfeuerwehr Seesen umgestellt. Nach dem neuen Konzept, welches von einem 5-köpfigen Arbeitskreis erarbeitet wurde, fallen die bisherigen Tages- und Wochenbereitschaften und damit die Tageszeitabhängige Alarmierung weg. Künfitg wird nach Alarmstichwort, unabhängig von der aktuellen Uhrzeit alarmiert.
Das neue System unterteilt die Bereitschaften in verschiedene Alarmkreise, mit dem Ziel eine möglichst effektive Alarmierung zu erreichen. Kurz gesagt: Es wird nur das Personal alarmiert, welches nach dem jeweiligen Alarmstichwort auch benötigt wird. Gerade Kameraden aus der bisherigen Wochenbereitschaft, die einen längeren Anfahrtsweg zur Feuerwache haben, wurden bisher teilweise "umsonst" aus dem Bett geholt, weil der Personalbedarf nicht so groß war, und die benötigten Fahrzeuge bereits ausgerückt waren. Das soll nach dem neuen Alarmierungkonzept vermieden werden. Ebenso wird eine optimale Möglichkeit der Nachalarmierung ohne Sirenenalarm geschaffen.
Unterteilt sind die Alarmkreise wie folgt:
Brandmeister vom Dienst (BvD)
Der OBM, der Stellv. OBM sowie die Zugführer I und II versehen im wöchentlichen Wechsel ihren Bereitschaftsdienst, hauptsächlich während der Abend- und Nachtstunden (außerhalb der normalen Arbeitszeiten). Während der Bereitschaftszeit obliegt ihnen die Einsatzleitung bei Einsätzen entsprechender Größe. Der BvD wird ebenso über Kleinstschäden informiert und veranlasst die Alarmierung des benötigten Personals.
Kleine Bereitschaft
Der kleinen Bereitschaft gehören Kameraden an, die Arbeits- und Wohnungsbedingt schnell und generell immer verfügbar sind. Die Kleine Bereitschaft wird auf Anordnung des BvD alarmiert. Eingesetzt wird die kleine Bereitschaft bei Kleinstschäden bzw. Einsätzen, bei denen nur ein minimaler Personalbedarf besteht und keine Eile geboten ist.
Alarmkreis 1
Dem Alarmkreis 1 gehören Kameraden an, die entweder generell immer oder wechselnd (z.B. durch Schichtarbeit) verfügbar sind. Daher wird die Schleife dieses Kreise bei jedem Einsatz alarmiert. Durch das Personal in diesem Kreis wird mindestens eine Gruppenstärke plus Reserve erreicht. Einsatzbeispiele für eine Alarmierung dieses Kreises sind Kleinfeuer, Containerbrände, PKW-Brände, Auslösen einer Brandmeldeanlage, Ölspuren usw. Die Kameraden des AK 1 sind dauerhaft im Besitz eines Funkmeldeempfängers.
Alarmkreis 2
Der Alarmkreis 2 ergänzt den Alarmkreis 1. Das bedeutet, dass dieser Kreis immer zusammen mit dem AK 1 alarmiert wird. Diesem Kreis gehören Kameraden an, die Arbeitsbedingt nicht regelmäßig verfügbar sind (z.B. durch häufige Bereitschaftszeiten, auswärtiger Arbeitsplatz usw.) oder auch ihre Wohnung relativ weit von der Feuerwache entfernt haben, so dass sie nicht schnell verfügbar sein können. Durch das Personal in diesem Kreis wird gemeinsam mit dem Personal des AK 1 Zugstärke plus 100 % Reserve erreicht. Einsatzbeispiele sind Verkehrsunfälle, Wohnungs-/Gebäudebrände, Waldbrände usw. (alles ab Zugstärke). Die Kameraden in diesem Kreis verfügen ebenfalls dauerhaft über einen FME. Bei Bedarf kann dieser Kreis nachalarmiert werden, wenn sich die Kameraden des AK 1 bereits im Einsatz befinden.
Gefahrgutbereitschaft
In der Gefahrgutbereitschaft sind ausschließlich Mitglieder der Gefahrgutgruppe. Die Bereitschaft wird alarmiert, wenn die Gefahrgutgruppe bei inner- und überörtlichen Gefahrguteinsätzen benötigt wird. Die Gefahrgutbereitschaft setzt sich aus Kameraden beider Alarmkreise zusammen. Jeder Kamerad ist dauerhaft im Besitz eines FME mit einer separaten Gefahrgutschleife.
Torschleife
Die Torschleife wird bei jeder Bereitschaftsalarmierung als erste Schleife alarmiert. Durch einen in der Feuerwache stationierten Funkmeldeempfänger, der mit der Torsteuerung verbunden ist, werden dadurch im Einsatzfall automatisch zwei Tore geöffnet, damit es nicht zu unnötigen Zeitverzögerungen kommt. Ebenso wird die Feuerwehr-Ampel-Steuerung aktiviert.
Probealarm
Um die Funkmeldeempfänger und Sirenen regelmäßig auf Funktion zu überprüfen, findet jeden Samstag um 12:00 Uhr ein sogenannter Probealarm statt. Dabei werden alle Sirenen- und Funkmeldeempfängerschleifen der Feuerwehren der Stadt Seesen ausgelöst. |