Montag, 22. Oktober 2018
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Großbrand in Seesener Lagerhalle im Gewerbepark Niedersachsen

Montag, 07.08.2017, 11.49 Uhr

2017 08 07 001Am heutigen Montag um 11:49 Uhr wurden die Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Seesen zu einem Großbrand  in die Harz- und Feldstraße alarmiert.

Die schwarze Rauchsäule über Seesen war kilometerweit zu sehen. Es wurden die Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet Seesen alarmiert, mit Ausnahme der Ortsfeuerwehr Rhüden, die ab diesem Zeitpunkt für den Grundschutz der gesamten Stadt verantwortlich war. Dieses stellte sich später auch als richtige Entscheidung heraus, da im Laufe des Einsatzes ein Flächenbrand gemeldet wurde, den dann die Feuerwehren Bilderlahe und Rhüden bekämpften.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen die Lagerhallen 9 und 9a auf dem ehemaligen "Heinz" - Gelände und heutigem Gewerbepark Niedersachsen in Vollbrand. Aus dem Inneren der Halle war immer wieder das Explodieren von dort gelagerten Spraydosen zu hören. Die Feuerwehren aus Bad Gandersheim und Langelsheim wurden mit Ihren Löschzügen nachalarmiert. Erste Löschmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet. In der ca. 2000 m² großen Lagerhalle brannten Lagerbestände von Arbeitsschutzprodukten und Putzlappen. Im Einsatz befanden sich zwei Drehleitern und ein Teleskopmast, sowie zusätzlich das Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000l der Feuerwehrtechnischen Zentrale Northeim. Weiterhin wurden alarmiert die Messleitung und Messfeuerwehren, der Fachberater CBRN*, Einsatzleitwagen 2, Einsatzleitwagen 1 mit der Pressegruppe und dem Kreisbrandmeister der Kreisfeuerwehr Goslar. Vor Ort war ebenfalls die Untere Wasserbehörde, sowie verschiedene Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung Seesen.

Die Mess- und Spürgruppen der Kreisfeuerwehr Goslar, prüften in regelmäßigen Abständen die Belastung der Umwelt. Zu diesem Zeitpunkt waren keine messbaren Werte festzustellen. Aus Sicherheitsgründen sollte zurerst der Kindergarten „Am Spottberg“ mit 24 Kindern und vier Betreuern, aufgrund der Geruchsbelästigung, evakuiert werden. Die Evakuierung sollte durch Feuerwehr und DRK erfolgen. Die Maßnahme konnte dann aber doch noch wiederrufen werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit. Hinweise über das Schließen von Fenstern und Türen erfolgte über die regionalen Rundfunksender. Eine zusätzliche Information der Anwohner über Lautsprecherdurchsagen wurde ebenfalls getätigt.  

Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug und dem Leitenden Notarzt vor Ort. Das DRK Seesen und Münchehof, mit 16 Einsatzkräften, versorgte die Feuerwehrleute.  

Seit 11.49 Uhr waren ca. 243 Einsatzkräfte im unermüdlichen Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig. Ein Großteil vom Dach der Lagerhalle ist eingestürzt und liegt auf der Brandlast. Um 14.48 Uhr berät die Einsatzleitung, wie man das Feuer in der Lagerhalle noch effektiver bekämpfen kann. Gegen 15.25 Uhr erfolgt die Alarmierung der Werkfeuerwehr Crown mit einem Tanklöschfahrzeug und dem Hochleistungslüfter. Ein kleiner Teil der Halle ist gegen 16 Uhr begehbar. Dort werden drei Trupps mit Atemschutz im Innenangriff eingesetzt. Weiterhin wird über längere Zeit versucht das Dach über den Teleskopmast zu öffnen. Dies gelingt aus bautechnischen und sicherheitsrelevanten Gründen jedoch nicht. Die Löscharbeiten gehen im vorderen Bereich weiter. Den ganzen Tag über sind drei Hubrettungsfahrzeuge im Einsatz. Um 17.21 Uhr wurde die Feuerwehr Rhüden zu einem Flächenbrand bei Ildehausen alarmiert und darüber hinaus die Feuerwehr Bilderlahe aus dem laufenden Einsatz abgezogen.  

Der gewünschte Löscherfolg im Gewerbepark blieb jedoch weiterhin aufgrund der Tatsache aus, daß das eingestürzte Hallendach über dem eigentlichem Brandherd liegt. Die Temperaturen lagen im Halleninneren weiterhin in einem solch hohen Bereich, dass ein Betreten durch Atemschutzgeräteträger zu diesem Zeitpunkt unmöglich war. In einer angrenzenden Halle brannte es mittlerweile massiv in einer Zwischendecke.

Gegen 18 Uhr werden größere Mengen an Schaummittel zur Einsatzstelle gebracht und eingesetzt. Nachdem der Schaumangriff über den Gelenkmast der Feuerwehr Langelsheim erste Löscherfolge zeigte, ließ auch die Rauchentwicklung deutlich nach. Eine zu diesem Zeitpnkt laufende Lageerkundung ergab, das ein Zugang in die Halle durch Einsatzkräfte nicht möglich war. Verschiedene Umstände verhinderten das Betreten der Halle. Somit konnten weitere Löscharbeiten nur über die drei Hubrettungsfahrzeuge vorgenommen werden. Die Fahrzeuge wurden erneut im Innenhof des Geländes aufgestellt, und dies möglichst effektiv und an die bevorstehenden Aufgaben angepasst. In einem Verladebereich drohte die Ausbreitung des Feuers in eine angrenzende Halle. Die Dachfläche dieser Halle war mit Welleternit belegt und darunter befand sich ein Holzdach mit Bitumenschweißbahn. Dies gestaltete sich jedoch schwieriger als zuerst ersichtlich. Der dort vorhandene Stahlbau der ehemaligen Verladung verhinderte, dass keines der Fahrzeug weit genug an das Gebäude heran kam, um die Dachfläche zu Öffnen. Stahlträger, welche im Wege waren, mussten zunächst langwierig entfernt werden. Erst ein Schneidbrenner einer externen Firma konnte die Stahlbauteile recht schnell entfernt. Der Teleksopmast konnte nach dem Abriss der Träger weiter nach hinten versetzt werden. Somit war ein erreichen des Welleternitdaches möglich. Aber auch eine großflächige Erreichbarkeit in der eigentlichen Brandhalle wurde geschaffen. Das Feuer, welches sich in die Zwischendecke der angrenzenden Halle ausgebreitet hatte, konnte nun auch endlich eingedämmt werden. Zu weit fortgeschrittener Stunde wurde nun durch die Einsatzleitung der Versuch unternommen, über die drei vor Ort befindlichen Hubrettungsfahrzeuge einen massiven Wasserwerfereinsatz in die Lagerhalle vorzunehmen. Dieser Versuch wurde nach kurzer Zeit wieder verworfen. Kurzerhand wurde entschieden, dass ein massiver Schaumeinsatz über den Langelsheimer Teleskopmast vorgetragen werden soll. Die Drehleiter aus Seesen unterstützte diese Maßnahme durch Ausleuchten der Einsatzstelle von oben, die Drehleiter aus Bad Gandersheim wurde aus dem Einsatz herausgelöst und konnte die Heimfahrt antreten.

Der Schaumteppich, zeigte eine deutliche Wirkung. Viele der Brandstellen im Inneren konnten durch den aufgebrachten Schwerschaum erstickt werden. Übrig blieben aber noch viele versteckte Brandstellen, die nicht erreicht werden konnten. Das herabgestürzte Dach, verhinderte, daß der Schaum diese Stellen erreichen konnte. Gegen 23:00 Uhr konnte ein Großteil der Einsatzkräfte die Einsatzstelle verlassen. Die jetzt abrückenden Einsatzkräfte wurden im Feuerwehrhaus Seesen noch warm verpflegt. Eine Brandwache blieb die ganze Nacht über an der Einsatzstelle und dämmte in regelmäßigen Abständen die Brandausbreitung ein.

Während des laufenden Einsatzes, war das DRK Seesen und Münchehof mit zahlreichen Einsatzkräften bemüht, die körperliche Schlagkraft mit Kalt- und Warmgetränken, sowie belegten Brötchen aufrecht zu erhalten. Dieses hat auch sehr gut geklappt. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür. Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte hat zu jeder Zeit problemlos funktioniert.

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Die Feuerwehren Seesen und Ildehausen waren den gesamten Dienstag noch bis in die Abendstunden weiterhin mit Löscharbeiten beschäftigt. An der Einsatzstelle eingetroffen sind die Firmen "Möhle Krane" und "Udo Braunschweig" aus Seesen. Diese hatten mittels schwerem Gerät angefangen, die Hallenwände zu entfernen. Dadurch wurde es möglich, die noch vorhandenen Brandnester zu erreichen und abzulöschen, - was dann letzlich auch gut gelang.

Die Brandermittler der Kriminalpolizei setzten im Rahmen ihren Ermittlungstätigkeiten auch eine Drohne ein, um Fotos der Brandruine zu fertigen. Man erhofft sich mit diesen Aufnahmen Rückschlüsse auf die Brandursache zu gewinnen.

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Auch am Mittwoch morgen wurde die Feuerwehr Seesen noch einmal zu "Nachlöscharbeiten" an die Einsatzstelle alarmiert.

*Unter CBRN -Gefahren versteht man den Schutz vor den Auswirkungen von chemischen (C), biologischen (B) sowie radiologischen (R) und nuklearen (N) Gefahren. Der Ausdruck CBRN ersetzt dabei die früher ausschließlich verwendete Formulierung ABC , in der das „A“ für die so genannten „atomaren Gefahren“ steht.

 Text:   Lutz Lunkewitz
 Fotos:   Feuerwehr Seesen
                     
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