Dienstag, 27. Juli 2021

Brand in früherem Seesener Stellwerk fordert Einsatzkräfte über Stunden

Ostermontag, 05.04.2021, 09:24 Uhr

2021 04 04 001Am Ostermontag beschäftigte ein Großeinsatz viele Einsatzkräfte in der Sehusastadt. Ein Zugführer bemerkte um 9:24 Uhr eine größere Rauchentwicklung im ehemaligen Weichenstellwerk - unweit des Seesener Bahnhofs in Fahrtrıchtung Münchehof.

Daraufhin alarmierte die Leitstelle dıe Feuerwehr aus Seesen und den Rettungsdienst. Was keıner zu dem Zeitpunkt ahnte, dass sich der Einsatz über viele Stunden hinzog.

Seit November 2018, als die Umstellung vom mechanischen auf das digitale Stellwerk erfolgte, ist das Häuschen verweist. Warum das Feuer ausbrach, blieb zunachst unklar. Die Ermittlungen ergaben, dass beim Eintreffen der Einsatzktäfte die Fenster allesamt geöffnet waren. Bernd Spillner, Notfallmanager der Bahn erklärte, hätte das ein Zugführer sicherlich gemeldet, wenn die Fenster früher offen gewesen wären. Problematisch gestaltete sich die Nähe zu den Bahnanlagen, denn die Löscharbeiten konnten erst nach Sperrung des angrenzenden Gleises voll aufgenommen werden.

Beim Eintreffen der Brandschützer drang Rauch durch die Fenster in der ersten Etage, wo sich früher der Stellwerkraum der Bahnmitarbeiter befand. Unter Atemschutz gingen die Seesener Brandschützer ins Gebäude vor. Die Erkundung ergab ein Feuer in der hölzernen Zwischendecke. Das Feuer fraß sich von dort förmlich durch den Holzfußboden. Durch den Fußbodenaufbau mit Parkett, Bohlen und Dämmstoff hatte das Feuer reichlich „Nahrung“ gefunden. Stellenweise war darin sogar noch die alte Lehmbauweise zu erkennen. Beim Eintreffen umfasste die Brandfläche ungefähr zwei mal zwei Meter. Die Wärmebildkamera kommt zum Einsatz.

Zwei Stunden später waren es schon 28 Quadratmeter. Der Fußboden wurde großflächig geöffnet und mit Steckleitern abgesichert, damit die Feuerwehrleute unter Atemschutz sicher arbeiten konnten. Hierbei kam auch die Motorsäge zum Einsatz. Darüber hinaus entfernten die Feuerwehrleute zwei Felder der noch im Gebäudeinneren befindlichen Stellwerk-Hebelanlage. Dies geschah um Glutnester ausschließen zu können und nicht nach zwei Stunden wieder anrücken müssen. Erst nach der großflächigen Öffnung der Holzkonstruktion konnte der Schwelbrand letztendlich gelöscht werden.

Im weiteren Verlauf wurden noch die Feuerwehr Herrhausen sowie den DRK-Ortsverein Seesen zur Einsatzstelle beordert. Alle während des Feuers verbrannten Elemente, unter anderem auch den Dämmstoff und die Bohlen, brachten die Brandschützer nach draußen vors Häuschen. Neben der Kriminalpohzei aus Goslar war auch Bundespolizei aus Göttingen vor Ort. Das DRK Seesen versorgte die Einsatzkräfte mit Kaffee und warmen Tee. Angesichts der wechselnden Temperaturen samt des unbeständigen Wetters eine Wohltat.

Für die Dauer des Einsatzes gab es am Ostermontag im Bereich von Seesen Beeinträchtigungen für den Zugverkehr. Während der Einsatzdauer musste das Gleis 1 des Seesener Bahnhofes komplett gesperrt werden, dies wurde um 9:45 Uhr in die Wege geleitet. Durch die anfängliche Rauchentwicklung fuhren die Regionalzüge zunächst auch auf Gleis 4 und Gleis 2 auf Sicht, später dann nur noch auf Gleis 2.

Nach gut fünfeinhalb Stunden, gegen 14.50 Uhr, war der Einsatz am Ostermontag beendet. Unterm Strich waren an diesem Tag gut 50 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen am Seesener Bahnhof gefordert.

Eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Seesen mit ELW, LF 20, TLF 16, LF 8, DLA (K) 23/12, RW, SW 2000, GW-L1
  • Feuerwehr Herrhausen mit TSF-W, MTF
  • Rettungsdienst Goslar mit RTW, NEF
  • DRK Seesen mit MTW
  • Polizei Seesen
  • Kripo Goslar
  • Notfallmanager Bahn AG
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 Text:  Lutz Lunkewitz
Fotos:  Einsatzdokumentation Feuerwehr Seesen

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