Sonntag, 29. November 2020
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Starkregen sorgt an den Asklepios Kliniken für einen Großeinsatz der Feuerwehren

2020 08 16 006Ein heftiges Unwetter mit Starkregen hat am Sonntag­nachmittag in Seesen in der Reha-Ab­teilung der Asklepios-Kliniken Schildautal teilweise für Überschwemmungen gesorgt. Das Wasser war nach einem Gewitter in Erdgeschoss und Keller des an einem Hang am Wald gelege­nen Krankenhauses eingedrungen.

Die sintflutartigen Regenfälle brachten gut 50 Liter pro Qua­dratmeter an Niederschlag. Einmal mehr stießen die Kana­lisationen an ihre Leistungs­grenze. Während sich die Ein­sätze der Brandschützer vor einer Woche eher auf den Be­reich unter anderem am Schützenplatz oder in der Bismarkstraße konzentrierten, waren sie über Stunden am Sonntag auf dem Seesener Klinikgelände gefordert. Ein Kraftakt - in Spitzenzeiten waren 123 Einsatz­kräfte, 27 Fahrzeuge, 13 Pum­pen und sechs Wassersauger involviert. Vor Ort wa­ren die Feuerwehr-Einsatzkräfte aus Seesen, Rhüden, Herrhausen und Münchehof.

Einen Starkregen von die­sem Ausmaß und in einer solchen Konsequenzen hat es in der Geschichte der Klinik bislang wohl noch nicht gegeben. Alarmiert worden war die Feuerwehr Seesen um 15:35 Uhr wegen eines umgestürzten Baums am Sternplatz und Geröll auf der Lau­tenthaler Straße. Auf dem Weg dorthin hat im Bereich des Kur­parks aber bereits das Wasser auf der Straße gestanden, und an der Klinikauffahrt kam den Einsatzkräften das Wasser schon entge­gen.

Ein Durchlass am Klinikgelände, der das Wasser aus dem Wald auf­nimmt, hatte sich durch gelöstes Sediment, Holz und Gestrüpp zugesetzt. Daher war das Abflussrohr nicht mehr in der Lage die enormen Wassermas­sen aufzufangen und so lief das Wasser zunächst auf die Straße und später dann auch ins Gebäude. Um die Massen an Niederschlag gezielter abzuleiten, wurden eine Mauer ein­gerissen und Sandsäcke gelegt. Ins­gesamt kamen mehr als 1.000 Sandsäcke zum Ein­satz, auch zur Sicherung weiterer Bereiche der Klinik.

In der Reha-Abteilung im Erdge­schoss waren 32 Zimmer betroffen. Das Problem war, dass das Wasser nicht an der Eintrittsstelle blieb, sondern sich seinen ganz eigenen Weg bahnte. Die in den betroffenen Zimmern untergebrachten Patienten mussten zunächst hausintern auf andere Stationen verlegt werden. Danach konnte sich die Feuer­wehr um das eingedrungene Wasser auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern kümmern. Erst wurde das Wasser abgepumpt, dann kamen Nasssauger zum Einsätz. Glück im Unglück: Es hat niemand Schaden genommen und es bestand auch zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Patienten oder Mit­arbeiter. Das Aufnahmezentrum für Patienten muss für einige Zeit umziehen, bis die Schäden beseitigt sind, sonst gibt es aber keine keine weiteren Einschrän­kungen. 

Ebenfalls betroffen war der Therapiebereich der Neurologischen Frührehabilitalion, wo das Wasser von einer Dachterrasse hereingelaufen war. Auch eine Station im Akuthaus war betroffen, ein Anbau mit Flachdach. In der Klinik tröpfelte es teils durch die Decken, im Übergang zum Akuthaus war ebenfalls einiges nass. 

Zudem stand an der Notaufaufnahme das Wasser bis zu zwei Meter in den Lichtschächten. Hier war Eile geboten, damit es nicht die Technik der Klinik lahm legte. Die Feuerwehr konnte rechzeitig die Technikräume im Keller sichern, und damit einen größeren Schaden verhindern. Laut dem Orts­brandmeister hätten dies nicht viel später kommen dürfen. Auch in den Medischulen, die nicht zu Asklepios gehö­ren, stand das Wasser fünf Zentimeter im Keller. Betrof­fen war auch das ehemalige Kesselhaus, hier wurde ebenfall das eingetretene Wasser ausge­pumpt.

Dem nicht genug, sorgten vor allem die Wassermassen aus dem Wald, die den Hang herunterliefen, für immense Probleme. Die eingesetzten Pumpen, die 7.000 Liter Wasser die Minute fördern, schafften es nicht. Eine Stützmauer, die vor dem Gebäude stand, wirkte als Barriere. Einzige Chance an diesem Tag, die Mauer musste teilweise abgerissen werden, um für Entlastung und für den besseren Ablauf zu sorgen. So griffen die Brandschützer zum Vorschlag- und zum Abbruch­hammer. Darüber hinaus wurde eine Sandsackbar­riere errichtet.

Damit auf dem Seesener Kli­nikgelände die Sandsäcke nicht ausgehen, errichteten die Feuerwehren aus Münchehof und Herrhausen auf dem Gelände des Baube­triebshofes alles nötige für das Befüllen und den Abtransport der Sandsäcke. Beide Wehren waren mit insgesamt 35 Kräften vor Ort, und füllten an diesem Tag gut 1200 Sandsäcke. Um 22.15 Uhr wurden alle Fahrzeuge wieder ein­satzbereit gemeldet.

Unser herzlicher Dank richtet sich ans das DRK Seesen für den schnellen Auf­bau einer Verpflegungsstelle und an die Unterstützung aus dem Alten Amt, die die Brand­schützer vor Ort mit Würst­chen und selbst gemachten Kartoffelsalat verpflegten. Als kleines Danke­schön gab es von der Klinikleitung auch noch Pizza zur Stärkung.

Eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Seesen mit ELW, TLF 16, LF 20, LF 8, SW 2000, RW, DLA (K) 23/12, GW-VS/Öl, GW-L1MTW
  • Feuerwehr Herrhausen mit TSF-W, MTW
  • Feuerwehr Münchehof mit LF 10, MTW
  • Feuerwehr Rhüden mit TLF 16, LF 8, MTW
  • Kreispressegruppe Goslar mit ELW 2
  • Stadtbrandmeister Seesen
  • Kreisbrandmeister Goslar
  • DRK Seesen
  • DRK Altes Amt
  • Polizei Seesen 
  • Leiter Ordnungsamt Seesen
  • Baubetriebshof 
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 Text:  Lutz Lunkewitz
 Fotos:  Nils Lohmann (Seesener Beobachter)
   Ulrich Kiehne (Seesener Beobachter)
                     
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