Dienstag, 19. Januar 2021
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Großbrand in Geflügelbetrieb: Hühner verenden in den Flammen

Mittwoch 25.11.2020, 06:20 Uhr

2020 11 25 001Wegen eines ausgedehnten Brandes in einem Geflügelzuchtbetrieb, wurde der erweiterte Löschzug der Feuerwehr Seesen um 6:20 Uhr in die Ortschaft Rhode alarmiert, um die örtlichen Feuerwehrkräfte zu unterstützen.

Vorab waren am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr die Feuerwehren der Gemeinde Lutter sowie die nahegelegene Feuerwehr Langelsheim mit dem Einsatzstichwort "F3" (Gebäudefeuer - groß) an die abgelegene Geflügelzuchtanlage nahe der B82 alarmiert worden. Als die Feuerwehr am Brandort in der Ortschaft Rhode eintraf, hatten sich die Flammen bereits auf den ganzen Stall ausgebreitet. Ein rund 800 Quadratmeter großer und vorwiegend aus Holz bestehende Hühnerstall stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand. Die Einsatzkräfte brachten zunächst die noch lebenden Tiere in Sicherheit, und schnell war klar, das wird eine größere Sache. 

Daher ließ Einsatzleiter Bernd Kerwin weitere Feuerwehren aus der Nachbarstadt Seesen, der Gemeinde Liebenburg mit Upen und Othfresen, sowie die Feuerwehrtechnische Zentrale mit Sondertechnik nachalarmieren. Die Einsatzstellenstruktur gliederte sich in den Abschnitt Ost (Lutter, Hahausen), Unterabschnitt Atemschutz (Othfresen), Abschnitt West (Langelsheim, Seesen), Wasserförderung (Bodenstein, Lutter, Nauen, Ostlutter, Alt Wallmoden, Neuwallmoden) und dem Rückwärtigen Bereich. Vorort wurde die Einsatzstelle in mehrere Abschnitte unterteilt. Nach Abschluss der Erkundung stand fest, dass glücklicherweise alle Personen das Objekt verlassen konnten.

Neben dem Retten von Tieren, die in dem Hühnerstall lebten, lag das Hauptaugenmerk auf dem Schutz des Wohnhauses und eines danebenstehenden Gastanks auf der Rückseite des Brandobjektes. Schwierig gestaltete sich die Löschwasserversorgung, da es auf dem abgelegenen Hof keine ausreichende Versorgungsleitung gab. Tanklöschfahrzeuge fuhren daher im Pendelverkehr zwischen der Ortsmitte Lutter und der Einsatzstelle.

Nach dem Eintreffen der Seesener Einsatzkräfte vor Ort wurde die Drehleiter sogleich für die Brandbekämpfung vorbereitet. Der Schlauchwagen errichtete derweil eine Löschwasserversorgung über lange Wegstrecke aus einer 1.600m entfernten Zisternen. Aufgrund der prekären Löschwassersituation wurden später auch die beiden Löschfahrzeuge aus Seesen in den Pendelverkehr eingebunden. 

Nachdem so nun eine kontinuierliche Wasserversorgung sichergestellt war, begann ein massiver Löschangriff, u. a. mit Schaum, über die Drehleiter, den Teleskopmast der Feuerwehr Langelsheim, sowie bodengebundene Wasserwerfer, welcher im weiteren Verlauf dann durch den gezielten Einsatz von Löschtrupps unter Atemschutz abgelöst wurde. Um eine finale Löschwirkung zu erzielen wurde über die beiden Hubrettungsfahrzeuge Schwerschaum eingesetzt.

Neben der Bewältigung großer Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung vor Ort, gelang es den vielen Einsatzkräften vor Ort viele Hühner und Masthähnchen in Sicherheit zu bringen. Die Mehrzahl des Geflügels im Stall konnte durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehrkameraden gerettet werden. Dennoch überstandenes es nicht alle Tiere. Beim Brand des Stalles sind etwa 60 Hennen und fünf Kaninchen verendet. Knapp 200 Masthühner aber konnten aus dem flammenden Inferno gerettet werden. Im Anschluss mussten jedoch zehn von ihnen auf Veranlassung des Amtstierarztes notgetötet werden, da sie bereits massiv durch eine Rauchgasvergiftung geschädigt waren. Es ist davon auzugehen,dass noch etliche Tiere verenden werden oder aus Tierschutzgründen getötet werden müssen. Die überlebendenTiere kamen vorerst in einen Nachbarstall.

Eine weitere Herausforderung sei ein am Gebäude gelegener großer Gastank gewesen, dessen Havarie auch ein in unmittebarer Nähe stehendes Wohnhaus auf dem Gelände bedroht hätte. Eine kleine Versorgungsgasleitung war aufgrund der Brandentwicklung bereits geborsten. Mit einer Riegelstellung sei es gelungen, den Gastank zu sichern. Daher konnte Haus und Gastank gerettet werden. Gegen 9 Uhr war das Feuer unter Kontrolle und um 11 Uhr galt der Brand, den der Gemeindebrandmeister als den größten in der Samtgemeinde seit Jahren bezeichnet, als gelöscht. 150 Rettungs-und Einsatzkräfte waren insgesamtvor Ort.

Bei den Nachlöscharbeiten stellte sich heraus, dass die Holzstallung einzeln abgetragen werden muss, um an die letzten Glutnester heranzukommen. Das Gebäudeinnere des vom Brand betroffenen Geflügelstalls war stark Einsturzgefährdet, so dass Bagger eines örtlichen Bauunternehmens und Teleskoplader der FTZ das restliche Dach und die Wände einrissen.

Bei diesem Einsatz kamen auch Kräfte des THW zum Einsatz. Die Ortsvereine Clausthal-Zellerfeld und Northeim verfügen über spezielle Fachgruppen und Bausachverständige für solche Gebäudeschäden. Insbesondere die Standfestigkeit der zwei Futtersilos, die das Feuer stark schädigte, bereiteten den Einsatzkräften große Sorgen. Ihre Vermessung durch das THW ergab, dass die Silos baufällig sind und abgerissen werden müssen. Sie sind aber nicht akut einsturzgefährdet, sodass sie vorerst stehen bleiben. 

Bevor die Seesener Kräfte gegen 12 Uhr aus dem Einsatz herausgelöst werden konnten, unterstützen sie ferner noch den baustatischen Fachberater des THW mit der Drehleiter, bei der Überprüfung der betroffenen Gebäudeteile. Allein von der Feuerwehr Seesen waren 26 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen vor Ort. Die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft dauerte noch bis in die Nachmittagsstunden an.

Die Verköstigung an der Einsatzstelle stellte der DRK-Küchenzug Hahausen sicher. Drei aktive Helfer schenkten unter anderem 50 Liter Kaffee und gaben 150 Brötchen aus. Zu essen gab es Hühnersuppe aus der Gulaschkanone. „Das war unser aktueller Vorrat für einen Großeinsatz. Dass wir diese Suppe gerade heute bei einem Einsatz auf einem Geflügelhof ausschenken, konnten wir nicht beeinflussen“, kommentierte DRK Bereitschaftsleiter Dirk Räke.

Nachdem gegen 15:00 die letzten Kräfte die Einsatzstelle verlassen konnten, stelle die Feuerwehr Lutter noch bis etwa 17:30 eine Brandsicherheitswache und übergaben die Einsatzstelle an die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei Goslar. Neben den Fachberatern vom THW, Veterinäramt, Energieversorger wurde auch die unterer Wasserbehörde zur Einsatzstelle alarmiert. Zur genauen Schadensfeststellung wurde auch das Veterinäramt angefordert. Angaben zur Brandursache gibt es bislang nicht. Nach ersten Schätzungen der Brandermittler entstand ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich.

Eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Lutter mit TLF 16, LF 8, MTW
  • Feuerwehr Bodenstein mit TSF-W
  • Feuerwehr Hahausen mit HLF 10, TLF 8W
  • Feuerwehr Nauen mit ELW 1, TSF
  • Feuerwehr Ostlutter mit LF 8
  • Feuerwehr Alt Wallmoden mit TSF-W
  • Feuerwehr Neuwallmoden mit TSF, LF 20 Kat-S
  • Feuerwehr Liebenburg mit GW
  • Feuerwehr Othfresen mit ELW 1, HLF 20, LF 8, GW-L1
  • Feuerwehr Upen TLF 16, MTW
  • Feuerwehr Langelsheim ELW 1, LF 20, HLF 16, TLK 23/12, GW-L1, MTW
  • Feuerwehr Seesen mit ELW 1, TLF 16, LF 20, DLA (K) 23/12, RW, SW 2000
  • Feuerwehr Jerstedt: MTW (Besetzung FTZ Fahrzeuge)
  • FTZ Goslar: AB Atemschutz. AB Wasser, AB Mulde, Teleskoplader, GW-L1
  • Feuerwehr Dörnten: ELW 1 (Kreispressegruppe)
  • Gemeindebrandmeister
  • Kreisbrandmeister
  • THW Clausthal-Zellerfeld
  • THW Northeim
  • DRK Hahausen mit MTW
  • Rettungsdienst der KWB Goslar mit 2x RTW, NEF, OrgL, LNA
  • Polizei Goslar
  • Kripo Goslar
  • Untere Wasserbehörde
  • Veterinäramt
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 Text:  Lutz Lunkewitz
Fotos:  Einsatzdokumentation Feuerwehr Seesen
 
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