Montag, 22. Oktober 2018
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Feuerwehren arbeiten am Rand der Belastungsgrenze

Blaulicht112Wenn im Landkreis Goslar der Feueralarm losgeht, sind es Freiwillige, die zum Löschen ausrücken. Sie lassen in der Fabrik, im Büro oder in der Werkstatt alles stehen und liegen, um Brände zu bekämpfen oder bei anderen Notfällen zu helfen.

War es im vergangenen Jahr das Hochwasser, das die Wehren auf Trab hielt, sorgte in diesem Jahr Wald- und Feldbrände aufgrund der großen Trockenheit für Einsatzzahlen nahe der Belastungsgrenze. Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke betrachtet diese Entwicklung mit Sorge, weiß er doch aus eigener Erfahrung, wie schwierig es mitunter ist, Ehrenamt, Beruf, Familie und Freunde unter einen Hut zu bekommen.

„Bei allem Engagement und aller Einsatzbereitschaft dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Feuerwehrfrauen und –männer ehrenamtlich tätig sind. Das heißt, dass sie neben ihrem zeit- und kraftaufwändigen Einsatz für unsere Feuerwehren in erster Linie einer ganz normalen Berufstätigkeit nachgehen. Dieser Spagat wird vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Einsatzzahlen im vergangenen und diesem Jahr nicht einfacher“, erläutert Kreisbrandmeister Fricke die schwierige Situation.

Aus Sicht Frickes hat nicht zuletzt der Moorbrand in Meppen – zu denen hiesige Feuerwehrleute im Rahmen des Katastrophenfalles und anschließend der Amtshilfe ausrückten - diese Problematik nochmals bestätigt, weshalb der Kreisbrandmeister vor allem den Arbeitgebern ein großes Dankeschön aussprechen möchte.

„Für die betroffenen Arbeitgeber ist die Situation alles andere als einfach“, sagt Fricke, „deshalb ist es mir ein Bedürfnis, mich für die immer wieder praktizierte Bereitschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz vom Dienst freizustellen, zu bedanken. Das ist nicht selbstverständlich, für die Sicherheit unserer Bevölkerung aber unerlässlich.“

KBM Fricke   EKR Krner
Kreisbrandmeister Uwe Fricke   Erste Kreisrätin Regine Körner

Auch bei der Kreisverwaltung in der Goslarer Klubgartenstraße ist man der schwierigen Situation der Arbeitgeber gewahr. Erste Kreisrätin Regine Körner unterstützt deshalb die Initiative des Kreisbrandmeisters. „Blicken wir auf den Einsatz beim Moorbrand in Meppen ist es ja nicht allein mit der Arbeit am Einsatzort getan, sondern die Vorbereitungen verschlingen ebenfalls Zeit, in denen Arbeitgeber auf ihre Angestellten verzichten müssen. Soweit ich informiert bin, hat der Einsatz in Meppen mit Vor- und Nachbereitung mindestens zehn Tage beansprucht“, so Erste Kreisrätin Regine Körner.

Um auch künftig den hohen Anforderungen Rechnung tragen zu können, sind die Orts- und Gemeindefeuerwehren weiterhin auf die Unterstützung durch Arbeitgeber aber natürlich auch auf den Rückhalt der Familien und Freunde angewiesen.

„Ein auf Ehrenamt basierendes Brandschutzwesen“, so Erste Kreisrätin Regine Körner, „kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten dafür ihren individuellen Beitrag leisten. In der jüngeren Vergangenheit haben wir aufs Eindrucksvollste erlebt, wie wertvoll die Arbeit unserer Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen wie DRK und THW im Ernstfall ist. Ohne das schnelle und professionelle Eingreifen dieser Menschen, wären viele Gefahrensituationen beileibe nicht so glimpflich ausgegangen, wie sie es am Ende glücklicherweise sind.“

Hintergrundinformationen:

Ein Blick in die Statistik* der Einsatzleitstelle des Landkreises Goslar beweist, dass die Zahl der Feuerwehreinsätze in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Ausreißer bilden dabei natürlich die Jahre 2017 und 2018 in denen die beschriebenen Extremwetterereignisse zu einem deutlich erhöhten Einsatzaufkommen führten.

Die Zahlen im Überblick:
Prognose
Kennzahl 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Einsätze FFw. 1.680 1.666 1.867 1.962 2.280 2.300

 

*Die Statistik der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle (FERLS) des Landkreises Goslar weist nur die Anzahl der eingegangenen Alarmierungen aus. Statistiken der Feuerwehren weisen deutlich höhere Zahlen aus. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass die Einsatzleitstelle einen Einsatz zu dem mehrere Feuerwehren ausrücken nur einmal erfasst. In den Statistiken der Feuerwehren werden die Einsätze als Einsatz der jeweiligen Wehr erfasst. Ferner rühren höhere Einsatzzahlen in den Aufzeichnungen der Wehren auch daher, dass bei Unwettern die Feuerwehr nur einmal alarmiert wird und danach eine Vielzahl von Einsätzen abarbeitet, die nicht mehr über die FERLS erfasst werden.

                     
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