Montag, 27. September 2021

 

 

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Atemschutz

atemschutz002Atemschutzgeräte sind ein wesentlicher Bestandteil des Eigenschutzes bei der Brandbekämpfung, um den Feuerwehrmann vor Atemgiften und anderen Gasen zu schützen.


Notwendigkeit und Bedeutung des Atemschutzes

Der Bereich Atemschutz besitzt fundamentale Bedeutung für die Feuerwehren. Durch die zunehmende Verwendung von Kunststoffen in Industrie und Haushalten, den steigenden Transport von Chemikalien (Gefahrgut), die ständige Erweiterung der Produktpalette, den Einsatz von radioaktiven Stoffen und das Auftreten von Biogefahren (Vogelgrippe) an Einsatzstellen kann heute in sehr vielen Feuerwehreinsätzen nicht mehr auf Atemschutz verzichtet werden. Hinzu kommt, dass durch die Verbesserung der Analytik viele Stoffe heute überhaupt erst festgestellt werden können oder erst heute als gesundheits-gefährdend eingestuft werden.

Atemschutzgeräte werden in zwei Gruppen unterteilt

  • umluftabhängige Atemschutzgeräte
  • umluftunabhängige Atemschutzgeräte

Umluftabhängige Atemschutzgeräte

atemschutz003Umluftabhängige Atemschutzgeräte sind, wie der Name schon sagt, von der Umgebungsluft abhängig. Hierbei handelt es sich um sogenannte Filtergeräte - eine Atemschutzmaske (Atemanschluss) und ein Kombinationsfilter - deren Einsatzbereich stark begrenzt ist.

Da die eingeatmete Luft lediglich gefiltert wird, ist immer ein ausreichender Sauerstoffgehalt von mindestens 17 % in der Umgebungsluft erforderlich. Ist der Sauerstoffgehalt geringer, wie es beispielsweise bei Bränden in Gebäuden der Fall ist, darf ein Filtergerät nicht eingesetzt werden.


Umluftunabhängige Atemschutzgeräte

atemschutz006In den meisten Fällen kommen bei der Feuerwehr die umluftunabhängigen Atemschutzgeräte zum Einsatz. Sie bestehen aus dem Pressluftatmer (PA) und der Maske (Atemanschluss).
Die Atemluft wird in ein oder zwei Druckluftflaschen mitgeführt. Der Fülldruck der Flaschen beträgt 200 oder 300 bar. Durch einen Druckminderer wird dieser Druck auf unter 10 bar reduziert. Durch eine Mitteldruckleitung strömt die Luft vom Druckminderer zum Lungenautomat. Dieser Lungenautomat wird direkt an die Maske angeschlossen und die Luft wird hier entsprechend dem Bedarf des Trägers dosiert. Über ein Druckmanometer kann der Träger jederzeit feststellen, wieviel Luft noch in seinen Flaschen vorhanden ist.

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Atemschutzgeräte

atemschutz007Atemluftflaschen enthalten nur einen begrenzten Vorrat an Atemluft, so dass die Gebrauchsdauer begrenzt ist. Bei einem Atemluftvorrat von z.B. 1600 l schwankt die Gebrauchsdauer je nach der Belastung des Trägers (physisch und psychisch) zwischen 20 und 50 Minuten. Daher sind solche Behältergeräte bei langen Anmarschwegen und für länger dauernde Arbeiten nur bedingt geeignet (z.B. Industrieanlagen,Tiefgaragen usw.).

Die angegebenen Werte zeigen deutlich die starke Zeitabhängigkeit von Pressluftatmern. Für den Einsatzleiter an problematischen Einsatzstellen bedeutet das eine sorgfältige Einsatzplanung und Einsatzvorbereitung, beispielsweise die rechtzeitige Heranführung von weiteren Atemschutzgeräteträger und Reservegeräten oder andere logistische Maßnahmen, sowie einer gezielten Atemschutzüberwachung.

Es kommen Pressluftatemschutzgeräte mit zwei 4-Liter-Flaschen (200bar) zur Verwendung. Das entspricht einen Luftvorrat von ~1600 Liter. Die Doppelflaschengeräte mit 4-Liter-Flaschen sind allerdings in der Zwischenzeit veraltet und werden heute von den neueren 6-Liter-Geräten, mit einem Flaschendruck von 300 bar abgelöst.


Aufbau Atemschutzgerät

 

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Druckbereiche Atemschutzgerät

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Der Atemanschluss

atemschutz011Als Atemanschluss bei der Feuerwehr wird die Atemschutzmaske (Vollmaske) nach DIN EN 136 verwendet. Sie muss für die Verwendung bei den Feuerwehren zugelassen sein.

Vollmasken umschließen das ganze Gesicht und schützen damit gleichzeitig die Augen. Die Dichtlinie verläuft über Stirn, Wangen und unterhalb des Kinns. Vollmasken sind mit Innenmasken ausgestattet, die einerseits den Totraum der Maske klein halten, andererseits durch die Luftführung das Beschlagen der Sichtscheibe verhindern. An Vollmasken für die Feuerwehr werden die höchsten Anforderungen bezüglich mechanischer Festigkeit (Lebensdauer) sowie der Beständigkeit gegen Einwirkung von Flammen und Wärmestrahlung gestellt.


Normaldruckmaske

Um in der Einsatzpraxis gefährliche Kombinationen auszuschließen, dürfen Vollmasken für die Feuerwehr nur mit genormten Anschlussgewinden (DIN EN 148) ausgestattet sein:

  • Rundgewindeanschluss für Normaldrucktechnik
  • Zentralgewindeanschluss für Regenerationsgeräte

Die Sprachverständlichkeit wird bei Vollmasken durch eine Sprechmembran verbessert. Diese muss sorgfältig gegen Beschädigung geschützt sein.

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Überdruckmaske

Besonderheiten bei der Überdrucktechnik:

Nach dem ersten Anatmen des Lungenautomaten strömt ständig Luft durch das Einatemventil in die Maske. Dadurch entsteht in der Maske ein Überdruck, der toxische Atmosphäre auch bei kleinen Leckagen nicht eindringen lässt.

Die Überdruckmaske unterscheidet sich von der Normaldruckmaske in folgenden Punkten:

  • Metrischer Gewindeanschluss für Überdrucktechnik oder
  • Einheitssteckanschluss (ESA) für Überdrucktechnik (DIN 58 600)
  • Federbelastetes Ausatemventil
  • Rote Kennzeichnung

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Notsignalgeber

atemschutz014Notsignalgeber (umgangssprachlich auch Totmannwarner genannt) erleichtern das Auffinden bei der Suche verunfallter Atemschutzgeräteträger durch optische und / oder akustische Signale. Deshalb ist die Ausstattung jeder unter Atemschutz eingesetzten Einsatzkraft mit einem Notsignalgeber zu empfehlen. In der Freiwilligen Feuerwehr Seesen ist jeder Atemschutzgeräteträger mit einem Notsignalgeber ausgerüstet.

 


Atemschutztauglichkeit

Nicht jeder Feuerwehrangehörige ist für das Tragen von Atemschutzgeräten geeignet. Spezielle Kriterien müssen erfüllt werden:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • uneingeschränkte Tauglichkeit - Untersuchung G 26/III
  • Lehrgang Atemschutzgeräteträger

Außerdem müssen sich die Atemschutzgeräteträger einer jährlichen Fortbildung unterziehen. So müssen z.B. eine Unterweisung, ein Leistungsnachweis in der Atemschutzübungsanlage sowie eine Übung unter realistischen Bedingungen durchgeführt werden. Des weiteren muss die Untersuchung G 26/III alle 36 Monate wiederholt werden.


Atemschutzüberwachung

atemschutz017Bei jedem Atemschutzeinsatz mit Isoliergeräten und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden. Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter
Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Außerdem erfolgt eine Registrierung des Atemschutzeinsatzes. Der jeweilige Einheitsführer der taktischen Einheit ist für die Atemschutzüberwachung verantwortlich. Bei der Atemschutzüberwachung können andere geeignete Personen zur Unterstützung
hinzugezogen werden. Geeignete Personen müssen die Grundsätze der Atemschutzüberwachung kennen.
Nach einem und nach zwei Drittel der zu erwartenden Einsatzzeit ist durch die Atemschutzüberwachung der Atemschutztrupp auf die Beachtung der Behälterdrücke hinzuweisen. Hierbei werden auf einer speziellen Atemschutzüberwachungstafel alle Einsatzrelevanten Daten erfasst:

  • Namen des eingesetzten Trupps
  • Luftdruck bei Beginn des Einsatzes
  • Uhrzeit bei Einsatzbeginn
  • Einsatzauftrag
  • Einsatzort
  • Uhrzeit bei Eintreffen am Einsatzort
  • Luftdruck bei Eintreffen am Einsatzort
  • spätester Zeitpunkt des Rückzuges
  • Gerätenummer

Die Atemschutzüberwachung steht im ständigen Funkkontakt mit den eingesetzten Trupps und wird regelmäßig mit den notwendigen Daten versorgt. Um einen störungsfreien Ablauf sicherzustellen, findet bei der Feuerwehr Seesen der Funkverkehr für den Atemschutzeinsatz lageabhängig ggf. auf einem separaten Funkkanal statt.

Das Brandeinsatzkonzept der Feuerwehr Seesen sieht vor, daß bei Einsätzen bis zu 2 Trupps vom jeweiligen Maschinisten des Tanklöschfahrzeuges bzw. des Löschgruppenfahreuges durchgeführt.

Bei einem Einsatz von mehr als 2 Trupps in einem Bereich wird die Atemschutzüberwachung von einem separaten Überwacher, zur direkten Unterstützung des einsetzenden Gruppenführers, durchgeführt. Hierzu wird ein Überwachungsplatz eingerichtet, der in der Regel in der Nähe des betreuten Zuganges zu finden ist. Mit einer großen Überwachungstafel können bis zu acht Trupps gleichzeitig überwacht werden.

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Atemschutznachweis

Jede Einsatzkraft muss einen persönlichen Atemschutznachweis führen; der Atemschutznachweis kann auch zentral geführt werden. In ihm werden die Untersuchungstermine nach G26, absolvierte Aus- und Fortbildungen und die Unterweisung sowie die Einsätze unter Atemschutz dokumentiert. Der Leiter der Feuerwehr oder eine beauftragte Person bestätigt die Richtigkeit der Angaben.

 

 
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